Sind die Lebensversicherungen und Rentenversicherungen immer noch so gute Kapitalanlagen wie sie einst waren?Der wirtschaftliche Aufschwung, den Deutschland so nötig hätte, bleibt offensichtlich aus. Jeder schimpft über viel zu wenig Geld in der Tasche. So hat kaum jemand noch den Nerv, sich über seine Altersvorsorge Gedanken zu machen. In solch einer Zeit überschlagen sich die Schlagzeilen in Zeitung und den restlichen Medien – Thema Altersvorsorge. Es vergeht kaum eine Woche, in der wir nicht von etlichen Sendungen im Radio und Fernsehen beinahe erschlagen werden und jeder hat ein Ziel und einen Grund, nämlich den, uns die Lebens- und Rentenversicherungen, in all ihren Formen und Anlagemöglichkeiten nahezubringen. Aber sind diese Kapitalanlagen überhaupt noch rentabel? Welcher Angestellte hat denn das nötige Kleingeld, um die monatlichen Raten zu zahlen.
Viel wichtiger ist die Frage, gibt es bessere Alternativen, sein hart verdientes Geld zu vermehren? Doch zuerst sollte man sich überlegen, warum sich die Lebens- und Rentenversicherung überhaupt in dieser Misere befinden. Das erste Problem liegt bei dem sogenannten Rechnungszins. Der Rechnungszins wird von der deutschen Regierung festgesetzt. Dieser ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder nach unten korrigiert worden. So auch die letzte Korrektur, die gab es zum 01.01.2007 und der aktuelle Rechnungszins liegt seit dem bei 2,25%. Doch die wenigsten Versicherten können mit diesem Begriff etwas anfangen. Der garantierte Rechnungszins besagt, dass der Versicherte bei einer Auszahlung zum Ende der Versicherungsdauer das Recht auf genau diese 2,25% garantierten Rechnungszins haben. Jedoch gilt das nur für konservative Anlageformen. Fondsgebundene oder gar Lebensversicherungen mit Aktienanteilen, haben diese staatliche „Sicherung“ nicht. Alles andere, das eine Versicherungsgesellschaft darüber hinaus erwirtschaftet, den sogenannten Überschuss, zahlt die Gesellschaft nur dann aus, wenn dieser Überschuss auch tatsächlich erwirtschaftet wurde. In konjunkturschwachen Zeiten, wie in den letzen Jahren, wird das immer seltener der Fall. Vielmehr sieht es so aus, dass immer mehr Versicherungsgesellschaften bereits mit der Auszahlung des garantierten Rechnungszinses so ihre Probleme haben. Daher redet von Überschussanteilen schon lange keiner mehr. Zwar sieht es nicht bei allen Renten- und Lebensversicherungen so duster aus, aber es werden immer mehr und mehr. Da stellt sich doch die Frage, ob das Geld auf dem Sparbuch nicht besser untergebracht wäre als in einer Lebensversicherung, Rentenversicherung oder sonstigen Kapitalanlage. Jeder Versicherte wird sich an die ausgeschmückten Angebote erinnern, die die Gesellschaften erstellen. Schön sahen damals die Zahlen aus. Doch die sind schon lange nicht mehr Realität. Zwar hatten die Gesellschaften auch gute Zeiten, in denen durchaus akzeptable Überschussanteile erwirtschaftet wurden, doch die Generation von heute wird davon wenig abbekommen. Ein großer Teil der Überschussanteile bleiben in den Aktienmärkten hängen, das heißt weniger Geld für den Versicherten. Für den Durchschnittsversicherten rentiert sich also diese Anlageform immer weniger oder auf Deutsch gesagt gar nicht mehr. Hohe monatliche Beiträge werden sich die wenigsten leisten noch können, was die einzige Möglichkeit wäre, den Zinseszinseffekt optimal auszunutzen zu können. Der fällt jedoch bei kleinen Beiträgen eher klein aus, so das es einfacher wäre wenn man sich sein Geld auf dem eigenen Sparbuch anlegen tut und es dort verweilen lässt. Ein weiteres Problem ist das Alterseinkünfte Gesetz, das seit dem 01.01.2005 fast jeden Versicherungslaien verunsichert. Dieses Gesetz besagt, dass die Erträge aus Renten- und Lebensversicherungen bei Auszahlungen versteuert werden müssen. Besteuert wird nicht der ganze Auszahlungsbetrag, sondern der Ertragsanteil. Je nach Laufzeit und Auszahlungstermin wird entweder der komplette Ertragsanteil versteuert oder nur der halbe. Hier kommt der persönliche Steuersatz eines jeden Versicherten zum Einsatz. Noch schlimmer sieht es bei staatlichen geförderten Programmen, wie der Riesterrente, aus. Hier wird die Rente im Alter komplett versteuert. Zwar hat man in der Besparungsphase den Vorteil der Unterstützung vom Staat, jedoch kommt es im Alter ganz dick. Fazit nach diesen zwei Beispielen ist, dass nicht nur der garantierte Rechnungszins, der infolge der Konjunkturflaute immer mehr sinkt, diese Anlageform immer unattraktiver wirken lässt, das Alterseinkünfte Gesetz macht es dem Versicherten sehr schwer, sich für diese Art der Kapitalanlage zu entscheiden. Bisher ging es in diesem Text mehr um die konventionelle Anlageform. Was ist jedoch mit den Fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen. Sind diese vielleicht eine gefundene Alternative. Hierzu sollte man wissen, wie es bei dieser Anlageform zur Geldvermehrung kommt. Anders als bei der konventionellen Variante, ist die fondsgebundene Variante unsicherer, die jedoch am Ende mehr Geld verspricht. Aber wie funktioniert das. Das Geld wird in Fonds angelegt, die den Schwankungen des Aktienmarkts und somit auch den Schwankungen der Konjunktur unterlegen sind. Geht’s mit den Aktien runter, werden auch die Fonds an Wert verlieren. Hier gibt’s jedoch keinen garantierten Rechnungszins, ganz im Gegenteil zur konventionellen Art. Für den Versicherten könnte es im Worst Caste den Verlust seinen ganzen Ersparten bedeuten. Die meisten Versicherungsgesellschaften sichern sich hier jedoch ab und legen einen Teil des Beitrags konventionell an und sichern somit wenigstens das Eingezahlte des Versicherten. Der Versicherte verliert zwar sein Geld nicht, vermehrt es jedoch nicht. Genauso sicher wäre das Geld dann unterm Kopfkissen gewesen. Ein anderer und fast noch wichtigerer Aspekt, als die bisher genannten, ist die Inflation und die Kaufkraft des Geldes. Um diesen Aspekt zu verdeutlichen gibt es ein einfaches Beispiel. Wie weit kam man mit seinem Auto vor rund 15 Jahren, wenn man für 10 Mark tankte und wie weit kommt man heutzutage, wenn man für 10 Euro tankt. Hier zeigt sich sehr gut, dass sich die Kaufkraft des Geldes deutlich verändert hat. Für die Zukunft heißt es, noch mehr Geld zu sparen. Denn, geht es der Wirtschaft schlecht, steigt die Inflationsrate und das Geld verliert über die Jahre den Wert, den es mal hatte. Die Versicherungsgesellschaften müssten also einen Zins anbieten, der sich mindestens konstant zur Inflationsrate erhöht, ohne dass sich der Beitrag des Versicherten erhöht. Doch das wird wohl eher ein Traum der Anleger bleiben. Wenn es mit unserer Wirtschaft weiterhin bergab geht, werden Renten- und Lebensversicherungen nicht zur Geldvermehrung, sondern zu einer regelrechten Geldvernichtungsmaschine mutieren. |
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